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Gedenkstätte Brecht-Weigel-Haus

Neubau eines Besucherzentrums


Das Brecht-Weigel-Haus in Buckow wurde 1952 von Berthold Brecht und Helene Weigel als Sommersitz erworben. Es liegt am westlichen Ende einer Kette von Sommerhäusern, die sich von der Ortsmitte entlang des Schermützelsees hinzieht. Das Besucherzentrum soll diese Häuserkette als letztes Glied angemessen ergänzen.

Hierzu bauen wir auf einer Morphologie auf, welche die vorhandenen Sommerhäuser zitiert: Eine prägnante Giebelfassade – wie die des Atelierhauses – wird mit Elementen von Nebengelassen und Bootshäusern zu einem präzisen Umriss kombiniert.

Die kompakte, trapezförmige Grundrissform passt sich der freien Fläche zwischen den Bäumen außerhalb des Gartendenkmals an und schont den Wurzelbereich der geschützten Bäume.

Die Front liegt parallel zur Straße und ist von einem großen Giebelfenster geprägt. Dieses bietet über den Zaun hinweg Einblicke in das Haus, betont dessen öffentlichen Charakter und markiert den neuen Eingang der Brecht-Weigel-Gedenkstätte.

Die Form des Giebels wurde mittels Verfremdung und Abwandlung des Atelierhausgiebels gewonnen. Die niedrige Traufe der weiteren Gebäudeseiten bewirkt, dass die Mitte des Grundstücks weiterhin eindeutig vom Atelierhaus beherrscht wird. Die relativ flachen Dachneigungen begrenzen die Höhenentwicklung, ohne an Eindeutigkeit einzubüßen. Zugleich ändert sich der Umriss geringfügig von Fassade zu Fassade.

Der Zugang von der Straße erfolgt über einen kleinen Vorbau neben der Giebelachse. Man betritt direkt den Multifunktionssaal. Links vom Eingang befindet sich ein Empfangstresen, von oben scheint das Tageslicht in das Giebelfenster hinein. Wendet man sich nach rechts, so sieht man durch ein Fenster zum Atelierhaus hinüber, Blumenbeet und Birnbaum erscheinen als gerahmter Ausblick. Gegenüber dem Eingang hat man den Austritt in den Garten im Blick sowie Zugang zur kleinen Leseterrasse auf dem Weg in das Atelierhaus.

Der Saal ist nahezu quadratisch und somit vielseitig bespielbar. Sämtliche Nebenräume sind über einen kurzen Flur erschlossen, der am Ende einen Ausblick in den Wald in südwestliche Richtung bietet. Die raumhohen Wände der Nebenräume sind mit Regalmöbeln ausgestattet, die als Garderoben- und Abstellfächer, Getränkeautomaten, Ausschank, Shop-Vitrinen und Stuhllager dienen. Darüber hinaus können Plakate aus der Sammlung wirkungsvoll präsentiert werden.

Der Firstbereich des Daches wird von zwei Fachwerkträgern stabilisiert, die auch zur Aufnahme der Saalbeleuchtung und Technik dienen.